ZOCKEN am GYMNASIUM

Sicher wird kein Spielkasino, weder zum Pokern noch zum Datteln, in der Schule aufmachen. Auch werden die Computerräume nicht für Counter Strike, Call of Duty, FIFA usw. geheiligt. Trotzdem: Zocken am Gymnsium.

Was soll man machen, wenn einem die Schule am Arsch vorbeigeht oder so tierisch auf gewisse Körperteile geht, z.B. auf die Eier, wobei dies äußerlich auf die meisten Männer zutrifft; bei Frauen läuft das ja intern. Nachteil für die Damen: Sie können sich nicht genüßlich an den Eiern kraulen. Am Sack schomma gar nicht.

Da muß man zocken.

Wie zur Zeit mal besser zu sehen: In der Politik. Krieg, Grundversorgung, …Da muß man zocken.

Zuerst Klopapier, dann Speiseöl, jetzt Gas.

Und besonders schmerzlich: Das Chanelparfüm Nr. 5 1/2 für den Scheibenwischer ist fast ausverkauft. Den Parmaschinken auf Lachsbrötchen für unseren Chihuahua konnten wir auch nicht auftreiben. O Jott, luja sogi, zefix halleluja.

Na gut, statt Toilettenpapier kann man anderes Papier oder Blätter von der Weide am Bach nehmen, bzw. man kann sich den Arsch auch mit der linken Hand abputzen, wie früher üblich, bzw. heute noch in Ostanatolien, wie ich hörte. Hier bekommt die Aufforderung: Hände waschen!!! eine ganz andere Bedeutung.

Hauptsache: Genug Wasser und ausreichend Essen. Die Bevölkerung muß 20° Temperatur in ihren Behausungen haben.

Haupthauptsache: Die Wirtschaft wird weiter mit Energie bedient.

Durch Deutschland muß ein Ruck gehen. Wir müssen Abschied nehmen von liebgewordenen Besitzständen. Alle sind angesprochen, alle müssen Opfer bringen, alle müssen mitmachen.

Sagte der Bundespräsident Roman Herzog am 26. 4. 1997 im Hotel Adlon Berlin in seiner berühmten Rede.

Die sind jetzt nicht einarmig, aber dafür sind es viele. Kann man gleichzeitig spielen. Zocker kennen das.

Der Clou US 1973 Regie: George Roy Hill hier: Paul Newmann und Charles Dierkop, im Nachtzug nach Chikago beim Pokern mit Lonneman oder so.

Ich bin alt und weise und kein bißchen leise, Scheiße.

Das Am-Arsch-Vorbeigehen ist weniger eine Intelligenzfrage, sondern betrifft die gähnende Langeweile, die manch Schüler in manch Stunden befällt, manch?, sehr viele in sehr vielen Fächern. Lehrer brauchen den Unterricht nicht spannend zu machen; dafür werden sie nicht bezahlt. Dafür sind es ja Beamte, fast unkündbar, die Rente ist sicher, der Grabstein und das Besäufnis ist bezahlt. Gottseidank gibt es viele individuelle Ausnahmen, denen das Lehrerdasein sogar Freude bereitet.

Der Staat braucht aber in vielen Bereichen zwingend Staatsdiener, auf die er sich verlassen kann. In den Schulen direkt halte ich das Berufsbeamtentum nicht für notwendig. Dafür muß aber eine konsequente, unbestechliche und fleißige Staatsaufsicht für die wichtigsten Prüfungen her, z.B. für das Abitur, Zwischenprüfungen und bei einigen Klassenarbeiten.

Wenn das Niveau im Gymnasium, z.B. in NRW, von einer Kurve zu einer geraden Linie degradiert ist, ist das ja auch kein Ansporn, nämlich die Nulllinie.

Wenn neulich ein Huhn (ein Tier, genauer: Gallus gallus domesticus, das Haushuhn) das Abitur in Geröchte-Wiedebrakke mit 1,5 bestanden und überwunden hat, stimmt das nachdenklich. Dabei hat es gerade eine Gehirn-OP überwunden. Wundert mich, kann man doch besser schlachten. Da kommt Kritik auf, Empörung und Gelabere in allen Netzen. Die Neider sollen still sein: Das Huhn hat nach der Prüfung sofort ein Ei gelegt.

Ich bin alt und weise und kein bißchen leise, Scheiße.

Eberhard Werner Happel (1647-1690)

vor 100 Jahren und in 100 Jahren, auf dem Foto

Es gibt viele Suchtmöglichkeiten für den Menschen: Drogen, Spielsucht (Zocken), Alkohol, Geltungsdrang, Leistungssport, der Sexualtrieb, die Beziehungsgier, Habgier usw., und eben auch die MACHTSUCHT. In die Süchte kann man sich hineinsteigern, im positiven Sinne, aber auch bis hin zum Verderben, für sich und andere.

Ich picke jetzt mal die Spielsucht heraus, das Zocken. Auf Machtgier und Kriegshunger ich jetzt keinen Bock, meine Eimer quellen schon über, vor Kotze, nicht cozze (ital.) Muscheln.

Der olle Wladimir, der Halbnackte auf dem Pferd, heißt jetzt GRÖZAZ, der größte Zar aller Zeiten. Daher auch das Z auf den Panzern.
Luka-schenko, Sklave von Putin, wohnt noch in Weißrußland. Hat jemand Dir gerade Deine Förmchen weggenommen? Oder trägst unter der Fassade dreckige Unterwäsche? Schaut mal die Uhr, die schöne Uhr, die Uhr ist von seiner Mutter aus Massachusetts. Mutter, wir danken Dir.

“Eß et am räne?” (Regnet es?)
Goebbels-Schnauze

Man kann als Pubertierender (13-17, bzw. 12-18), (manche nie) die doch recht langweilige Schulzeit sehr gut und mit viel Spaß und Nervenkitzel überstehen. Dies gilt für die meisten Schüler in den meisten Fächern: Das öde Gelabere!!! Ist natürlich individuell verschieden. Und nicht nur überstehen; es kommen auch gute oder sehr Noten heraus, wenn man sie denn braucht, z.B. für den Numerus clausus. Also ein guter Nebeneffekt, wie beim Royal Flash oder wenn der einarmige Bandit spuckt.

Ausgepokert

Da heute Freitag sein könnte, mache ich die üblichen Freitagswitze: Numerus clausus bedeutet nicht: Klaus schiebt eine Nummer oder Tante Frieda hat eine Nummer geklaut. Niveau am Arsch. Numerus clausus bedeutet geschlossene Zahl, nämlich der Studenten, in Deutschland, die zum Studium zugelassen werden, wegen der beschränkten Studienplätze, insbesondere wo Labors (Labore) im Spiel sind. Ok, Tschuldikowski.

Und eh ich das vergesse, gestern sah ich einen Kabarettmenschen, einen Comedian, Nikita Miller, Deutsch-Russe. Der könnte in den Olymp der richtig Großen einsteigen, eine Art Torsten Sträter. Viele gelungene Deschawüs. Meine Lieblingsstory: Kurz vor der Geburt seiner Schwester haben die Eltern ein Kinderbettchen bereit gemacht. Darunter eine Hundeleine und ein Maulkorb.

Hier kommen Tips(!), natürlich für eine Minderheit, die Zocker (und Zockerinnen), die Nerds und Mints. Sind natürlich meistens Jungs. Haben es in der Diktatur China zur Zeit schwer, jedenfalls die Jugendlichen: Staatliche Beschränkung für Online-Computerspiele auf 3 Stunden pro Woche. Wo bleiben die Frauen? Die Frauenwelt versucht ja, sich männliche Domänen zu erobern, naja, wenn das mal nicht blutigen Eierlikör gibt, alleine zum Südpol, nackt auf den Mont Everest, das ist auch wieder eine Minderheit. Wo bleiben eigentlich die Dachdeckerinnen, die Straßenbauerinnen, die Müllfrauen? Frauen trennen doch so gerne Müll, da wären die doch in ihrem Element.

Nein, Rundbögen

Spaß beiseite, es gibt patente, tolle Frauen, gebildet, klug, gut aussehend. Und es gibt die Hilfsbereiten, Kinderliebenden und diejenigen, die Konflikte sehr gut lösen können. Es gibt aber auch eine Minderheit, die Unzufriedenen, die keinen Mann (oder Frau) abkriegen, bzw. nicht den Richtigen, die können zu Hyänen, Xanthippen, Furien, Hexen usw. entarten, wieder eine Minderheit, sie können sogar toxisch werden. Noch eine größere Minderheit, sind die, die wirklich einen Beruf wegen der Berufung ergreifen. Genug des -Innen-Geschwätzes.

Ich muß jetzt aber in die Pötte kommen, Butter an die Fische.

Ich berichte aus meiner eigenen Schulzeit, 50-er, 60-er Jahre, am Löhrtorgymnasium in Siegen, nachdem ich mit 13/14/15 meine heftigsten Auswüchse des Mannwerdens überstanden hatte. Dies schilderte ich ausführlich in meinem Blog SPRACHEN LERNEN.

Im schönen Siegerland, das Dreiländereck um Siegen herum, gab es damals nur 4 Gymnasien, im Umkreis von 50 km, das Lyzeum, genannt Lyz, das Gymnasium Stift-Keppel bei Hilchenbach, beides für höhere Töchter, und als reine Jungengymnasien das Fürst in Weidenau und eben das Löhrtorgymnasium. Im Lyz wurde mittlerweile ein Theater einquartiert. Paßt ja irgendwie.

Mich interessierten fast nur die Fächer Mathematik, Physik, Biologie und Chemie wirklich und da auch nicht alles.

Einmal, Sommer, heiß, 5. und 6. Stunde, Fachmann der Lehrer in Latein und Geschichte, ein Doktor, aber der Geschichtsunterricht war für mich öde, keine Ahnung, welches Thema, so öde. Untertertia (Klasse 8), ich 14. Wir waren nur ca. 15 Schüler, reine Jungenschule. Ich saß hinten, Frontalunterricht, der Lehrer am Pult, vorne. Die Tür hinten.

Die Tür sprach zu mir: Komm, nimm mich und Du bist in Freiheit. Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen. Ich robbte die 4 Meter über den Parkettboden. Ich muß die Tür aufgemacht haben; vielleicht hat sie sich auch selbst geöffnet. Ich war zu Hause. Der Lehrer hat mein Verschwinden erst später festgestellt, Nachsitzen. Ja klar, er ist von seinem langweiligen Gerede selbst eingeschlafen.

Ich war dann eher zufällig und notgedrungen ein Schüler mit guten Noten geworden, in der Obertertia (Klasse 9). Aber was tun, sprach Zeus, der gerade noch mit seinen paar Hundert Affären; der konnte mir sicher keine Ratschläge geben, oder doch? Wie gesagt, quasi, die meisten Unterrichtsthemen waren für den Arsch und gingen mir an demselben vorbei. Wie gesagt sagt Kölner fortwährend, auch wenn er es nicht gesagt hat, quasi, genauso, quasi.

ZEUS, im Athener Nationalmuseum

Silen auch aus dem Athener Nationalmuseum, Lehrmeister des Zeus.
Der kleine Herkules oder Herakles, je nach Geschmack, Pompeji, casa dei Vetii. Man=Mann schafft alles, wenn man will.

Ich habe ein Spiel erfunden, eine Zockerei mit Punkten. Das Leben ist so ähnlich, ein Quiz, wir sind nur die Kandidaten (kein Gendern jetzt, lenkt ab, ist albern und ist nur für Doofen). Frei nach Hape Kerke.

In jedem Fach, und das ist ja fast jedes, wird ja gesprochen. Und das nutzte ich aus:

Ich gab mir 10 Punkte für jede richtige Antwort und 10 Punkte für jede Frage, die ich stellen konnte. Für eine falsche Antwort bekam ich immerhin noch 5 Punkte.

Die Punkte notierte ich mit einem kleinen Stummelbleistift, klitzeklein, auf der Schulbank, ich mittlerweile der Dritte in meiner Reihe, vom Lehrer ca. 4 Meter weg. Wir saßen in 2 Reihen, Angesicht zu Angesicht, fast immer dieselben. Ich saß dort immer, 6 Jahre lang, wir hatten noch einen Klassenverband von 14-17 Schülern, bis zum Abi.

Mein Gekritzel scheint niemandem aufgefallen zu sein, der Stift war ja auch so was von klitze, die Striche noch klitziger. Einmal sagte der Bert-Jürgen Ewers (genannt Teddy), der neben mir saß, zu mir: Was hast Du denn da mit dem Stift gemacht? Also konnte man diesen zumindest sehen.

Die Punkte notierte ich in eine Tabelle, links die Zehner, rechts die Fünfer. Und dann habe ich die anderen Tabellen angefertigt. Tag, Woche, Monat, Fächer.

Originalendtabelle von damals mit den Rekorden.

Natürlich beteiligte ich mich wie verrückt am Unterricht. Richtige oder falsche Antwort, egal, Hauptsache ich kam dran, Hauptsache Punkte.

Sicher kann man sagen: Scheißstreber. Stimmt. Aber nur für mich selbst, wie alle Leistungssportler. So sind 16-jährige eben. Vielleicht fast nur Jungen. Mein Ziel war, mein Wissen weiter zu geben, also sozusagen ein Bildungstransformator und Mathelehrer zu werden. Später kam dann dazu, daß ich Talente für MINT-Fächer suchte, andererseits auch den Schwachen helfen wollte, bis hin in den sozialen Bereich, z.B. auch Drogenleuten, wenn das in meiner Macht stand, in Zusammenarbeit mit den Eltern. Allerdings war ich dann nur ein Helferlein, als kleines Rädchen.

Und dann die Fragen: Mit der Zeit bekommt man natürlich mehr Ahnung in einem Fach und kann sich auch eine passende Frage ausdenken.

Dann bildete ich einen Tagesrekord, Anzahl der Punkte durch die Anzahl der Stunden. Dann den Wochenrekord, dann den Monatsrekord. Ebenso errechnete ich meine Leistung in einem Fach pro Woche und in einem Monat.

Und dann kam ich auf die Idee, mich auf den Unterricht vorzubereiten. Ich bereitete Übersetzungen vor, überlegte mir §§-Fragen, besonders in Latein und Altgriechisch, kaufte mir Lehrerkommentare. Besonders den Altgriechischlehrer Thalheim hatte ich im Visier, war doch Latein sein Hauptfach.

Allerdings waren die Fragen auch sehr speziell, die die meisten Lehrer aus dem Stegreif nicht beantworten konnten. Ein guter Lehrer sagt: Keine Ahnung, muß ich nachsehen. Der Typ fragte den Johannes Stickel: Was meinst Du denn dazu? Natürlich nix, konnte er nicht wissen. Dann kam ich: Ich glaube, ich habe die Antwort, gab sie und bekam nochmals 10 Punkte. Dieses Spiel haben wir oft getrieben.

Zum Beispiel spezielle Wörter, zu denen man gut Fragen stellen konnte:

Altgriechisch: Bei Homer: arrän=arsän, männlich, tatkräftig. Da soll ein Zusammenhang zu dem mittelhochdeutschen ars=Arsch bestehen.

Latein: Haruspex, der Weissager. Haru kommt aus dem Etruskischen, Sprache der Etrusker, vor den Römern. Die deutschen Wörter Garn, Darm sind mit haru verwandt, eben über das Indogermanische, der Ursprache.

Englisch: Bei Oscar Wilde, The Canterville Ghost, das Original im Unterricht gelesen, auf jeder Seite 60 unbekannte Vokabeln: Hemlock=Schierling, wobei die meisten Menschen nicht einmal den Schierling kennen, kein Nachtmahr, sondern eine tödliche Pflanze. Mußte Sokrates zu seinem Ableben schlucken. 399 v. Chr.

Und so weiter, usw., etc……..

Guter Nebeneffekt für die Allgemeinheit, hier der ganzen Klasse: Insbesondere in Latein und Altgriechisch konnte der Lehrer nicht so viele Hausaufgaben aufgeben, üblich waren ja 10 Zeilen zu preparieren.

Guter Nebeneffekt für mich: Ich bekam Spaß an Wissen aller Art.

Klasse Untersekunda (10): Die Krönung war ja beim Punktesammeln und Verzögern. Der Griechischlehrer Thalheim hatte meine Verbesserung der letzten Klassenarbeit (bayrisch: Schulaufgabe) durchgestrichen, Frechheit. Ich beschwerte mich, gleich am Anfang einer Unterrichtsstunde. Ich hatte mehrere Dinge zu monieren. Dazu hatte ich zu Hause einen Plan gemacht: Lehrer sagt Antwort A, darauf gab es eine feste Antwort, ebenso bei den möglichen Antworten B, C…. Auf die möglichen Antworten des Lehrers nämlich A1, A2,,,, B1, B2,,,,, C1, C2 usw. gab es eine Replik.

Diskussionsbaum mit dem grünen Pfad, der natürlich noch weiter geht.

Jetzt gibt es sicher einige, die schreien: Das ist ja Manipulation. Ja Kindchen, das isses.

Es entwickelte sich ein Diskussionsbaum. Mein einzige Problemchen war an für sich, quasi, die Antworten des Lehrers zu erahnen. Das Ding zog ich durch, 20 Minuten. Ich lag richtig, hatte alles richtig geraten. Genau den richtigen Pfad getroffen.

Nach den 20 Minuten verlor Thalheim die Fassung, er schrie und wurde knallrot: Halt den Mund. Kein Kontrast: Das Rot des Gesichtes bildete mit seinen Haaren eine Einheit. Die waren ja feuerrot, auf Kölsch: eene Fusskopp. Ich hielt inne und den Mund, mein Punktkonto war in die Höhe gerauscht. Ziel erreicht.

Übrigens hatte Thalheim mit dem Durchstreichen der Berichtigung völlig recht. War aber mal eine gute Übung und ich hatte eine Menge Punkte.

Kann natürlich passieren, daß man einmal nicht die richtige Antwort des Lehrers vorausahnt; dann ist Improvisationstalent gefragt. Gute Übung für Politiker und Journalisten. Aber das können die ja sowieso, instinktiv. Auch eine Kunst, zu labern und zu schwätzen, ohne etwas zu sagen. Schon wahr, wie der Altkanzler Kohl sagte, es zählt, was hinten herauskommt oder auch das NT 1, Joh. 1,1-6: An den Taten sollt ihr sie erkennen.

Für meine Nachhilfeschüler in den späteren Jahren und Jahrzehnten und damit auch für mich gab es noch einen Bonus: Ich gab den Schülern Fragen für den Unterricht in der Schule, die sie zu stellen hatten, aber solche, die ein gewisses Maß an Kenntnis signalisierten. Krassestes Beispiel: Ferdinand Wittedrauf (Name geändert), Klasse 10, kam zu mir wegen Latein, nachdem er sich mit seinen Eltern eine halbe Stunde auf der Geibelstraße in Köln-Lindenthal gezofft hatte. Er wollte keine Hilfe in Anspruch nehmen.

Vater war 80, sah aus wie 60, Mutter 45. Vater in der Ministerialbürokratie nach oben geklommen und dann mit 60 Familie gegründet, 3 Söhne.

Wollte zuerst nicht, kam dann aber doch herein.


Aus gutem Grund: Er war voll bekifft. Und seine Kenntnisse waren 0,0. Fast, er wußte immerhin, etwas mit -ba- ist Vergangenheit. Er kam dann jeden Tag, 14 Tage lang, auch sonntags, mehrere Stunden, immer voller Stoff (Marihuana). Ich habe ihn niemals im Normalzustand zu Gesicht bekommen. Wir nannten ihn Haschu. Ziel war, ihn von der 6 auf eine 5 zu bringen, wegen der Versetzung. Ich sah ihn nur stoned, also zugedröhnt. Immerhin kam er.

Der kriegte dann von mir jeweils für die nächste Stunde ein paar Spezialfragen, z.B.: qui, der; als Einleitung eines Relativsatzes, hat im Lateinischen meist einen Nebensinn, der mitschwingt und auch so übersetzt wird, wenn der Relativsatz im Konjunktiv steht. Und zwar: FKKK. Kein Supervergnügen im Sexualbereich, sondern final, kausal, konzessiv oder konsekutiv, also damit, weil, obwohl oder so daß.

Jetzt der Schüler im Unterricht, meldet sich, und hub an: “Dieser Relativsatz steht ja im Konjunktiv. Da gibt es ja mehrere Möglichkeiten (FKKK). Wenn man jetzt “da” durch “obwohl” ersetzt, gibt es einen ganz anderen Sinn. Was ist denn jetzt richtig?” Die Klasse gröhlte zuerst, Der. Das ging aber in Lachen, dann Kichern, dann Verstummen über. Die meisten verstanden nämlich nur Vorstadtbahnhof und bekamen Angst, der Lehrer könnte sie drannehmen. Das haben wir für jede Schulstunde durchexerziert. Hat echten Spaß gemacht.

Davon gibt es im Lateinischen, der schärfsten Sprache der Welt, was die Grammatik angeht, Hunderte von Finessen. Und das ist ja alles seit 2000 Jahren dokumentiert und erforscht worden. Ist wie Mathe. Die alten Römer hatten sogar Rhetorik- und Grammatikschulen. Caesar hat eine Grammtik über Latein geschrieben. Leider nicht erhalten, oder noch nicht gefunden. Der hat also nicht nur Kriege geführt und Orgien gefeiert.

Haschu schrieb eine 4 und ist versetzt worden.

Das Frage- Antwortspiel mit dem Diskussionsbaumkann man ja perfektionieren, interessant für Politiker, Journalisten usw. Aber das machen die schon instinktiv. Dazu kommt bei diesen Berufen: Es ist eben eine Kunst zu reden, ohne etwas zu sagen, wenn man nicht weiter weiß.

Noch ein Bonus, Nebeneffekt: Interessiert den Schüler im Moment noch nicht. Wenn man viel in einem Gebiet weiß, kann das durchaus auch zu weiterem Studium anregen, z.B. in Geschichte, Kultur, Politik, Kunst, Sprachen, MINT-Fächer, überhaupt alles, was zur Bildung gehört, und noch mehr. Ein automatischer Vorgang.

Ich höre schon, Kennmernet, Bruchmernet. Verdammt falsche Einstellung zur Bildung, Ursumpf für Rechts- und Linksradikale. Besser sind ja allemal Oben- und Untenradikale. Bildung ist das halbe Leben. Die andere Hälfte muß Spaß, Sport und Verantwortung sein.

Man glaubt es kaum, ich war traurig, wenn eine Stunde ausfiel, gleich, welches Fach. Jeder Nicht-Zocker schüttelt den Kopf, jeder Zocker nickt mit dem Kopf, wenn nicht mehr. Ich brauchte doch Punkte. Wissen, daß fast keiner braucht, aber trotzdem interessant ist.

Ich galt unter den Lehrern als unglaublich wißbegierig. Naja. Einmal wurde es etwas eng. Klasse 10, Bio bei Dr. Rombeck, ein Superlehrer, der mit den Aquarien in der Schule, ein Bio-fanatiker. Der stellte eine Frage und die Klasse hatte keine Ahnung. Ich auch nicht, absolut nicht, sonst hätte ich gesammelt. Ging irgendwie um Gene und Chromosomen. Ich glaube, wir haben das gar nicht im Unterricht behandelt. Rombeck war manchmal ja auch ein zerstreuter Professor.

Da sagte der Herr Doktor doch: Guckt euch den Happel an, der weiß es, der weiß alles. Brauch ich nicht dranzunehmen. Ich überlegte, was ich machen sollte, sollte er mich fragen. Es schellte.

Ich bin dann in Untersekunda (Klasse 10) und Obsekunda (11) zum Klassen- und Jahrgangsbesten emporgestiegen, war mir ja egal. Hauptsache: Die Anzahl der Punkte. Bekam jeweils ein Buch in der Aula überreicht, vor allen Schülern der Schule, Stefan Zweig und Geschichte der politischen Ideen. Hab ich auch teilweise gelesen, den Zweig schon ganz. Interessant. Besitze ich noch.

Für meine Rekord-Punktezahlen bekam ich keine Bücher, keine Zeitschrift, ich bekam nix. Ok, wußte ja auch niemand.

Ich bin alt und weise und kein bißchen leise, Scheiße. Stimmt natürlich, aber:

Ich weiß, daß ich nichts weiß. Oida, ouk oida. Von Sokrates, 399 v. Chr.

Genauer, Plato, die Apologie des Sokrates, 21d-22a: Das Original:

οὖτος μὲν οἴεταί τι εἰδέναι οὐκ εἰδώς, ἐγὼ δέ, ὥσπερ οὖν οὐκ οἶδα, οὐδὲ οἴμαι – allein dieser doch meint zu wissen, da er nicht weiß, ich aber, wie ich eben nicht weiß, so meine ich es auch nicht (Übersetzung von Friedrich Schleiermacher (1768-1834). Heute etwa: Dieser meint doch etwas zu wissen, obwohl er nichts weiß, ich dagegen, da ich nichts weiß, glaube ich es auch nicht.

Ich bin alt und weise und kein bißchen leise, Scheiße.

Das Schöne und das Gute zählt im Leben, verbunden mit Freiheit und menschlichem Geist.
Natürlich nach Gesundheit, Familie und Freunden.
Frei nach Wilhelm Münker (1874-1970), Mitbegründer des DJH-Werks, aus Hilchenbach im Siegerland,
Heimat- und Naturschützer.

Diese Tabelle hab ich zu meinen Wanderungen, Studien-,Erlebnis- und Ferienfahrten immer in der Vorbereitung benutzt. U.a. einmal den Schwarzwald durchwandert, von Karlsruhe nach Freiburg, mit dem Fahrrad als 17-jähriger nach England bis zum Lake District, 3 Monate alleine durch Italien getrampt, von Padua bis Palermo, von Riva bis Reggio Calabria, 45 Wochen Griechenland, in 8 Fahrten, 36 Wochen Italien in 20 Fahrten. Dazu die Camargue, Schottland, Ungarn, Mallorca, Eifel und anderes, was da da sonst noch rumliegt, ehrlich gesagt, Deutschland zu wenig; kann man ja nachholen.
Rechts ist ein Stempel zusehen. Aufdruck: J.H. UIIIa , den ich mir während einer langweiligen Unterrichtsstunde aus einem Radiergummi geschnitzt habe. UIIIa bedeutet Untertertia (Klasse 8),

“Stilles bescheidenes Leben gibt mehr Glück als erfolgreiches Streben, verbunden mit beständiger Unruhe.”

Dieser Spruch stammt von Albert Einstein. Er schrieb ihn auf einen Zettel, den er November 1922 einem Hotelangestellten in Tokyo gab.

Jener wurde in Jerusalem Oktober 2017 bei Winner´s für 1,54 Millionen Dollar versteigert.

Ich persönlich beherzige diese Weisheit schon seit langem. Ich hätte den Wisch ja auch zu ersteigern versucht. Dies war mir aber in Ermangelung des nötigen Großgelds nicht möglich. https://www.spiegel.de/panorama/leute/albert-einstein-handschriftlicher-sinnspruch-fuer-millionenbetrag-versteigert-a-1174574.html

Einstein´s Zettel
Mein erstes 3D-Bild, zu betrachen mit Weitblicktechnik, mit der Schieletechnik, und sogar mit doppelter und dreifacher Schieletechnik (sehr selten), entnommen der Zeitschrift FOCUS, aus den 90-ern. Mit einiger Geduld ist E=MC² zu sehen.

Ich bin alt und weise und kein bißchen leise, Scheiße.

Mein Flyer

Wir haben in unserer Kindheit solche Papierflieger fliegen lassen.
Mit allen möglichen Verfeinerungen. Ich habe ein als 12-jähriger ein Abschußprinzip entwickelt.
Zutaten: Schere, Wäschklammer, einfacher Gummiring.
In die Unterseite habe ich eine Kerbe geschnitten und dann konnte man den Flieger katapultieren.
Einmal habe ich einen über ein 4-geschoßiges Mietshaus geschossen.
Von einer Seite. Ich lief auf die andere. Er kam herunter.

Das eignet sich aber nicht als Waffe, ist ja aus Papier, kann keine Bomben tragen,
schon gar keine Atombomben.
Und die hat Deutschland jaJottseidank nicht, sei´s gepriesen und getrommelt.
Außerdem besitze ich keine Atombombe, heiße ich Iran-nowitsch?
Zudem ist das Zünden einer Atombombe auf deutschem Gebiet untersagt,
§ 307 StGB, fällt nicht unter § 308 StGB, Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion.

Ich bin alt und weise und kein bißchen leise, Scheiße. Stimmt natürlich, aber:

Ich weiß, daß ich nichts weiß. Oida, ouk oida. Von Sokrates, 399 v. Chr.

Genauer, Plato, die Apologie des Sokrates, 21d-22a: Das Original:

οὖτος μὲν οἴεταί τι εἰδέναι οὐκ εἰδώς, ἐγὼ δέ, ὥσπερ οὖν οὐκ οἶδα, οὐδὲ οἴμαι – allein dieser doch meint zu wissen, da er nicht weiß, ich aber, wie ich eben nicht weiß, so meine ich es auch nicht (Übersetzung von Friedrich Schleiermacher (1768-1834). Heute etwa: Dieser meint doch etwas zu wissen, obwohl er nichts weiß, ich dagegen, da ich nichts weiß, glaube ich es auch nicht.

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink. Bearbeiten

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink. Bearbeiten

Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

drei × 4 =